Drei Jahre und dankbar, dass es uns noch gibt.

Diesen September feiern wir unseren 3. Geburtstag. Dafür möchten wir euch herzlich danken. Eine demütige Feier. Denn ganz ehrlich: es ist ein Wunder, dass es uns noch gibt. (Achtung, es wird lang und persönlich)

Die letzten elf Monate standen wir mehrfach kurz vor dem Aus. Zuerst hatten wir lange einen leeren Shop, weil wir wegen Corona nicht beliefert wurden. Und als die Hosen aus Portugal dann kamen und unsere Verkäufe richtig toll anzogen, kam auch gleich der Schlag in die Magengrube: die Hosen waren zwar alle wunderschön genäht, aber die Nähte hielten nicht. Was folgte war ein Albtraum. Zuerst die Rückruf-Aktion für unsere Hosen. Unfassbar. Wir haben alle Kundinnen angeschrieben um auf die Nahtfehler aufmerksam zu machen und einen Umtausch anzubieten. Der Fehler war eindeutig eine falsche Verarbeitung. Es wurde zu wenig Faden in die Naht gegeben und so war die Naht zu steif für unseren elastischen Stoff. Unser damalige Produzent in Portugal wies alle Verantwortung von sich. Uns entstand ein Schaden von 200’000 Franken! Die Hosen hatten wir, branchenüblich, bereits im Voraus bezahlt. Ohne die Hilfe aus unserer Familie und der Geduld unserer Kundinnen hätten wir diesen Schaden nicht überstanden. Das Geld ist wohl für immer verloren - denn für aufwändige internationale Gerichtsverhandlungen fehlen uns schlicht die Mittel.

Es war schnell klar, der portugiesische Produzent und die verantwortliche Schweizer Agentinuns im Regen stehen lassen. Wir brauchten eine schnell Lösung und so haben wir die Produktion ganz schnell und unvorbereitet in der Schweiz aufgebaut. Ihr habt es miterlebt. Den Weg in die Kreislaufwirtschaft hatten wir uns definitiv geordneter gewünscht und nicht mit einem Überschallknall. Und ja, Hauruck-Übungen gehen selten reibungslos und wir haben auch einige Kundinnen verloren. Andere zu enttäuschen schmerzt. 

Letztes Jahr war unser zweites Firmenjahr - unser Terrible Two. 
Eltern von Kleinkindern wissen um den Begriff. Und auch, dass alles zum Glück nur eine Phase ist und dass einem kleine Kinder nebst grauen Haaren auch viel Freude bereiten. Und so durften auch wir viel Schönes erleben. 

Wir haben viel Zuspruch und Unterstützung von euch - unseren Kundinnen, Freund:innen, Familie - erhalten. Unsere Vision einer Zukunft ohne Fashion Waste durften wir sogar ganz gross im Tages-Anzeiger und anderen Medien erzählen. Mit der Topa AG, dem Nähatelier von Ayla und Emin im St. Galler Rheintal haben wir einen echten Partner und engen Verbündeten gefunden. Denn einen Produktionspartner zu finden, der die Nerven hat, ein Produkt bis ins letzte Detail konstant zu verbessern, ist - wie wir erfahren mussten - sehr selten. Und darauf bauen wir auf. Mit dem Ziel euch die beste und nachhaltisgste Hose der Schweiz zu bieten. Mit lebenslager Garantie auf die Nähte. 

Wo stehen wir heute? Noch immer auf dünnem Eis.
Wir konnten die über 1000 Vorbestellungen ausliefern. Verdient haben wir dabei gerade genug um die die offenen Rechnungen bezahlen und unseren Kindern jeden Tag gesundes Essen auf den Tisch zu stellen. Aber hej, wir stehen noch! Wenn auch wieder am Anfang - mit einer grossen Investition, viel Hoffnung und der Vision von einer sauberen Modeindustrie. Ohne euch und eure Geduld wäre dieser Traum längst wieder in einer Schublade verschwunden.

Wieso ich euch das erzähle? 
  • Weil wir euch von Herzen dankbar sind
  • Weil ich weiss, dass ganz viele von euch auch selbstständig sind. Wir alle haben Zweifel und Rückschläge und es ist gut zu wissen, dass es anderen auch so geht. Das gibt einem wieder Kraft, die eigenen Herausforderungen zu meistern. 
  • Weil ich finde, dass wir echt sein dürfen und wir uns gegenseitig kein Glanz & Gloria vorzugaukeln müssen.
  • Weil wir mehr Leichtigkeit in unsere Fehler und Rückschläge bringen sollten, sonst lähmen wir uns selber.
  • Weil wir - gerade hier in der Schweiz - einen anderen Zugang zur Fehlerkultur brauchen. Nur so können Innovationen entstehen. Und wenn wir hinschauen, was mit unserer Welt gerade passiert, dann ist es klar: wir brauchen Innovation. Und Innovation braucht den Mut zu scheitern. (Ich denke gerade an Edison und seine 2774 (!) Glühbirnenversuche.)


Das berühmte Brett vor dem Kopf
Vorgestern durfte ich auf der SWONET Bühne mit blosser Hand ein Holzbrett zerbrechen. Ein intensiver Moment. Und wisst ihr, was das Schwierigste am Ganzen war? Nein, es war nicht, das Brett zu zerbrechen. Das war erstaunlich einfach. Es war auch nicht, das auf der Bühne vor vielen Leuten zu tun. Das schwierigste am Ganzen war, der negativen Stimme in meinem Kopf Stopp zu sagen und es einfach zu versuchen. Egal, ob ich es schaffe oder nicht und egal, was die Leute denken könnten. 

Hier unten das Video davon - nicht darauf zu sehen ist das Brett vor meinem Kopf, das dabei glücklicherweise ebenfalls in die Brüche ging und wohl dafür verantwortlich ist, dass ich dir hier heute so offen und ungeschminkt schreibe, was mir durch den Kopf geht. 

 

Wie geht es jetzt weiter?
Puhh, nach so viel Ernstem wird es jetzt erst mal Zeit für Prosecco! Ich lad dich ein! Wann und wo? An einem der nächsten Salon Privé. Mit dem Rabattcode GEBURTSTAG kannst du dich/euch kostenlos anmelden. Ich freu mich drauf!

Farbenfrohe Aufbruchstimmung. Ihr fragt schon lange, ob es unsere Hosen auch in neuen Farben gibt. Den Wunsch möchten wir euch gerne erfüllen. Wir haben tolle neue Farben ausgesucht, die auf Vorbestellung erhältlich sind. Die neuen Stoffarben nehme ich übrigens auch mit an den Salon Privé. Jetzt schon neugierig? Dann schau doch auf unserer Website rein. Dort kannst du die neuen Farben schon anschauen und vorbestellen.

♥Herzliche Grüsse♥

Sandra 

Sandra Grimmer
Chief Excitement Officer ;)

 

 


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